Das Wandern ist des Müllers Lust…

Getreu nach diesem Motto, verbrachte ich mit sechs anderen Deutschen und einer Niederländerin, die wir spontan adoptiert haben, in Banaue auf den Reisterassen.

Am Freitag Abend ging es mit neun Stunden Bus fahren los. Noch leicht sleepy kamen wir um 6 Uhr morgens in Banaue an, wo Elvis uns in Empfang nahm. Er wurde uns als Tourguide von ein paar anderen empfohlen und sollte mit uns die nächsten 3 Tage gestalten. Eigentlich war geplant, dass wir noch nach Sagada zu den hängenden Särgen fahren, aber davon riet er uns direkt ab, da der Weg zu weit und die Straßen zu unsicher seien, wenn wir am Montag Abend pünktlich unseren Bus zurück bekommen wollten. Es gab also eine kurzfristige Planänderung und wir fuhren erst nach Hapaoe oder so ähnlich, wo Elvis ein Haus hatte, indem wir die nächsten 24 Stunden nach anstrengenden Hikes relaxen konnten. Ich hatte ja keine Ahnung, dass „wandern“ eine maßlose Untertreibung war. Es ging hoch hinaus auf 1500m und wir mussten klettern und über 10m hohen Abgründen auf 30cm breiten Wegen inmitten der Reisterassen laufen. Es kostete Überwindung und Anstrengung, aber gelohnt hat es sich auf jeden fall. Der Ausblick von dort oben auf die wunderschönen grünen Reisterassen war einmalig. Am nächsten Tag dankte es unser Körper mit Muskelkater in den Beinen, der noch schlimmer werden sollte. Aber am Sonntag konnten wir nach einem kurzen Hike, in heißen Schwefelquellen, neben einem reißenden und erfrischenden Fluss entspannen und einfach Spaß haben.

Am Nachmittag ging es noch einmal kurz nach Banaue, wo wir uns mit Rum und Mangosaft für den Abend eindeckten und danach nach Batad. Ein kleines Dorf inmitten der Reisterassen, welches auf den Bildern im Internet schon sehr vielversprechend aussah. Wir ahnten ja nicht, was uns aber noch bevorstand, bevor wir den tollen Ausblick genießen konnten.

Es hieß, um nach Batad zu kommen, mussten wir eine Stunde den Berg runterhiken, natürlich mit unseren ganzen Sachen. Da es aber schon relativ spät war, als wir an der Stelle ankamen, an der wir aussteigen mussten, hieß es für uns: Abstieg im Dunkeln mit 10 Leuten und 6 Taschenlampen durch den Dschungel. Als es dann auch noch anfing heftig zu regnen (mit keinem Regen in Deutschland zu vergleichen), hätte es schlimmer eigentlich gar nicht mehr hätte kommen können. Aber wir hatten trotzdem unseren Spaß und es verlieh dem ganzen Ausflug eine besondere Note. Nach 90 min. sind wir dann alle heile unten angekommen und vergnügten uns mit Essen, Trinken und Gitarre spielen. Die Bilder im Internet hatten nicht zu viel versprochen. Am nächsten Morgen stapfte ich aus dem Zimmer und bekam einen atemberaubenden Ausblick auf die Reisterassen zu sehen. Meine Beine waren zwar inzwischen völlig hinüber, doch mit einem Pancake Frühstück, ein bisschen relaxen und einer Massage war alles wieder gut. Nun hieß es für uns auch schon wieder Abmarsch nach oben. Das Wetter sah bis dato noch gar nicht so schlecht aus, aber als wir uns auf dem Weg machten, fing es mal wieder an zu regnen. Diesmal hatte ich mir keine Plastiktüte übergestülpt und auch noch ein weißes T-Shirt und eine beige Hose an. Als es dann wieder richtig anfing zu schütten, war ich auch innerhalb weniger Minuten bis die Unterhose nass. Wir stellten uns eine Weile in einer Hütte unter und der Regen wurde glückerlicherweise etwas weniger. Dafür mussten wir auf dem weiteren Weg Wasserfälle überspringen und kleinen Flüssen ausweichen. Trotzdem war die Natur wunderschön und es roch alles so gut nach Regen. Oben angekommen, war ich immer noch nass, hatte ein blutiges Knie und fror, aber wir hatten es mal wieder einmal alle geschafft. Es ging also zurück nach Banaue, wo wir noch ein letztes Mal einnahmen und dann wieder in den Bus stiegen.

Die Rückfahrt war weniger lustig. Das Busunternehmen hieß Florida Bus, es hätte aber Antarktik Liner oder ,auch nett fande ich, Polarexpress heißen müssen. Durch die Klimaanlage waren es nicht mehr als 10 Grad und wir saßen dort mit unseren klammen Klamotten… ich habe von 9 Stunden vielleicht eine halbe geschlafen. Aber diverse IPod Playlists haben mir die Fahrt gerettet:-)

Nun bin ich also wieder in meinem Apartment und verbringe hier die letzten Stunden, bevor es um 21 Uhr zum Flughafen in Richtung Deutschland geht.

 

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